Die Erbpacht - der günstige Weg zu einem Haus oder ein Verlust auf Raten?

Ist die Erbpacht somit eine gute Idee? Oder ist es doch besser versuchen das Grundstück zu kaufen?

Ein eigenes Haus besitzen, eigener Grund und Boden?
Der Traum vieler. Die Erbpacht ist dabei ein hilfreicher Weg, um etwas Geld zu sparen. Denn mit der Erbpacht fällt der Kauf eines eigenen Grundstücks weg. Das Grundstück zum Bauen wird dann nur gepachtet (gemietet). Nun kommen viele ins Grübeln, besonders dann, wenn zum Bauen etwas Grundkapital fehlt. Denn allein das Grundstück stellt oft in der Regel schon 40 bis 50 Prozent der vollständigen Hausbaukosten dar.

Ist die Erbpacht somit eine gute Idee?
Oder sollte man doch lieber so lange warten bis man sich ein eigenes Grundstück kaufen kann?

Was ist denn nun die Erbpacht genau?

Unter der Erbpacht versteht man eine Pacht eines Grundstückes. Man zahlt monatlich oder jährlich einen bestimmten vereinbarten Betrag oder Zinssatz an den Grundstückseigentümer und kann dafür auf dessen Grund ein Haus bauen. Für diejenigen, die sich keinen eigenen Grund leisten können, ist das sicher eine gute Idee, denn wer sich einen Hausbau leisten kann, aber keinen Kauf eines Grundstückes, der fährt mit der Erbpacht zuerst günstiger.

Man zahlt monatlich fleißig den Zins und kann das Haus bauen. Über lange Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg gesehen, fährt man aber fast schlechter, weil es sicher günstiger gewesen wäre, ein Grundstück gleich per Kredit zu kaufen. Denn die Zinszahlungen enden nie, der Grundbesitzer kann selbstverständlich den Zinssatz auch öfter mal anheben - im gesetzlichen Rahmen versteht sich - und dann wird es teuer.

Manchmal kommt es ja auch zu einem finanziellen Engpass und man will sein Haus beleihen. Auch hier ist die Erbpacht nicht gerade nützlich, denn Banken achten oft darauf, dass die Erbpacht in diesem Fall noch 10 oder mehr Jahre über die Kreditlaufzeit hinaus geht.

Nicht umsonst entscheiden sich eher öffentliche Institutionen für den Weg der Erbpacht, als private Hausbauer. Denn wer möchte nicht irgendwann alles abbezahlt haben und seinen Kindern weitervererben. Doch wenn der Vertrag dann einmal ausläuft und man verlängert nicht oder der Grundeigentümer möchte nicht verlängern, dann kommt es zum Zeitablauf und der Grundeigentümer bekommt das Haus, welches ja auf seinem Grund und Boden steht. Den Verkehrswert des Hauses muss der Grundeigentümer dann zwar mindestens bezahlen, aber das Haus selbst ist weg.

Wenn der Erbbauberechtigte nicht auf seine Pflichten als solches achtet und erheblich gegen diese verstößt oder gar insolvent wird, dann bekommt der Grundbesitzer auch das Haus. Ein weiterer Pflichtverstoß neben der Insolvenz wäre zum Beispiel auch die Verwahrlosung des Grundstückes. In diesem Fall kommt es zum Heimfall. Der Grundbesitzer muss dann zwar einen Betrag an den Hauseigentümer zahlen, aber das Haus ist somit weg.

Fassen wir die Erbpacht vor- und Nachteile mal zusammen

Beim herkömmlichen Kauf eines Grundstückes zahlt man dieses x Jahre lang per Kredit ab und kann dann auf dem Grundstück machen, was man möchte. Solange es natürlich gesetzlich erlaubt ist. Man kann das Haus samt Grundstück weitervererben an seine Kinder und Kindeskinder und diese können dann auch das Grundstück nach Bedarf nutzen.

Bei der Erbpacht hat man zuerst den Vorteil, dass man sich nicht gleich ein ganzes Grundstück kaufen muss. Man nimmt einen kleineren Kredit für das Haus auf und für das Grundstück zahlt man monatlich so quasi eine Miete. Diese "Miete" kann sich aber auch mal ändern und sie endet nie. Nutzen kann man das Grundstück auch nur mit Einschränkungen - zur gewerblichen Nutzung braucht man zum Beispiel die Erlaubnis des Grundbesitzers - und ob man das Grundstück je kaufen kann, wenn man dann möchte, ist auch nicht sicher.

Kurzum, die Erbpacht ist gut für den kleinen Mann, der sich kein Grundstück leisten kann zum Zeitpunkt des Hausbauwunsches, aber wer keine Eile hat, sollte lieber auf andere Finanzierungsmöglichkeiten zurückgreifen.