Gute Gründe für eine Mietminderung

Eine gute Schalldämmung sollte vorhanden sein um den Mietern ein angenehmes Wohnes zu ermöglichen. Ansonsten haben Sie Anspruch auf Mietminderung

Für viele Menschen sind laute Bohrmaschinen, lachende Kinder und laute Partys eine große Belastung. Jeder will eigentlich zu Hause seine Ruhe haben und muss häufig doch viel Lärm ertragen. Wer die Ruhe, die ihm zusteht, nicht bekommt, kann die Miete mindern. Dabei kommt es aber immer auf den jeweiligen Fall an.

Die wichtigsten Gründe im Überblick:

Das Musikinstrument, die Waschmaschine oder der Fernseher können für die Nachbarn zu einem lauten Problem werden. Zwar gibt es keine gesetzlich festgelegten Ruhezeiten, entsprechende Regeln hält jedoch die Hausordnung fest. Und an diese müssen sich alle Mieter halten.

Bei Familien mit Kindern geht es generell lauter zu. Dessen müssen sich Nachbarn bewusst sein. Und je kleiner das Kind, desto lauter darf es sein. Vom Mieter erwarten die Gerichte hier eine große Toleranz. Stellt der Lärm aber eine unzumutbare Beeinträchtigung dar, die zu einer Wertminderung der Wohnung führt, kann der Mieter eine Mietminderung vornehmen.

Wenn es laut wird, sind daran nicht immer die Nachbarn schuld. Denn viele Wohnungen sind einfach sehr hellhörig. Dabei hängt es vom Baujahr des Gebäudes ab, wie laut es werden darf. Neubauten sollten über eine gute Schalldämmung verfügen. In einer alten Gründerhausvilla darf das niemand erwarten. Verändert sich der Zustand einer gut gedämmten Wohnung jedoch im Laufe des Mietverhältnisses, zum Beispiel durch einen Umbau, so verringert sich der Wohnwert und die Mieter dürfen die Miete entsprechend mindern.

Bei welchen Mängeln gibt es keine Mietminderung?

Nicht als Mangel gelten normale Trittgeräusche. Voraussetzung ist eine normale Bodeneigenschaft. Sollte das Laminat beispielsweise unfachmännisch verlegt worden sein, kann ein Mangel vorliegen. Ansonsten akzeptieren Mieter die vorliegenden Eigenschaften durch Unterzeichnung des Mietvertrages.

Lärm, der von der Straße nach innen dringt, müssen Mieter eigentlich ertragen. Jedoch nur, wenn dieser bereits beim Einzug vorhanden war. Wird vor dem Schlafzimmerfenster beispielsweise nach dem Einzug gebaut, mindert das den Wert der Wohnung. Dann kann der Mieter die Miete entsprechend reduzieren.
Das heißt: Wenn Mieter den Mangel kennen, können sie die Miete nicht mindern. Das gilt für vorhandene Groß- und Kleinbaustellen oder Baulücken in Großstädten, die früher oder später garantiert gefüllt werden.

Wie eine Mietminderung durchgesetzt werden kann:

Bevor ein Mieter einen Teil der Miete wegen andauernder Lärmbelästigung einbehält, muss er zunächst seinen Vermieter davon in Kenntnis setzen. Eine Mängelanzeige sollte stets schriftlich erfolgen, weil sie nur so beweisbar ist. Die sicherste Versandmethode ist das Einschreiben. Ein Einwurfeinschreiben ist dabei günstiger, als ein Einschreiben mit Rückschein. Sollte der Vermieter keine Reaktion zeigen, kann der Mieter nachhaken.

Die Mängelanzeige kann durch ein Lärmprotokoll bekräftigt werden. Darin sollte der Grund der Lärmbelästigung aufgeführt werden, einschließlich der Tage und Zeiten. Dies sollte, sofern es möglich ist, zusätzlich durch einen neutralen Zeugen bestätigt werden.

Der Mieter kann die Miete kürzen, sobald der Vermieter den Mangel kennt. Die Höhe richtet sich nach der Beeinträchtigung des Wohnwertes, was jedoch viel geringer sein kann, als manch Mieter denkt. Wenn ein Musiker beispielsweise zwischen 22 Uhr und 24 Uhr ein Musikstück einübt, ist die Wohnung dennoch 22 Stunden am Tag normal nutzbar. Die Miete sollte daher zunächst vorsichtig reduziert werden. Wenn die Lärmbelastung erst im laufenden Monat begonnen hat, die Mietzahlung aber bereits zum Monatsanfang getätigt wurde, kann der Mieter die Miete des folgenden Monats reduzieren.

Grundsätzlich ist es ratsam, eine Wohnung mehrmals und zu unterschiedlichen Zeiten zu besichtigen, bevor der Mietvertrag unterzeichnet wird. So weiß jeder, wie "ruhig" es in der Wohnung tatsächlich ist. Denn nur wenn es nach dem Einzug zu einer Lärmbelästigung kommt, kann der Mieter eine Mietminderung vornehmen. Besteht der Lärm bereits vor dem Einzug, erkennt ihn der Mieter mit dem Mietvertrag an.